Montag, 30. September 2013

Ja, wir leben noch

heute habe ich mit Schrecken festgestellt, daß mein letzter Blog Eintrag schon über einen Monat alt ist und daß ich, wenn ich nicht den ersten Blog Post Freien Monat feiern will, spätestens jetzt hier etwas schreiben sollte.

Es ist allerdings kein Zufall, daß sich seit dem letzten Beitrag vom 19.August hier nicht viel getan hat, denn seit ungefähr dieser Zeit leben wir im neuen Haus und somit in einer Internet Freien Zone. Und dabei ist der Antrag bei der lieben Telekom in diesen Tagen auch ein Jahr alt geworden, doch im Gegensatz zu Wasser und Strom hat es dieser Versorger bisher noch nicht ins Haus geschafft.

Nun schreibe ich hier vom Firmennetz, zu einer Tageszeit, in der man eigentlich arbeiten sollte. Ich muss mich also ganz kurz fassen, meine werten Stammleser werden verstehen, daß mir nichts schwerer fällt.


Im letzten Blog Beitrag ging es um blendend weiße Wände und pechschwarz - perfekte Balken, dieser Beitrag heute wird dann also die vorletzte Farbe des Hauses behandeln - es geht schlicht und einfach um das schlichte Grau unserer Fussböden.

Fangen wir am besten im Erdgeschoss an. Hier ist im Huf Standard Fliesenland - und so auch bei uns. Die Farbe grau hatte ich ja schon vorweggenommen, um genauer zu werden, handelt es sich um ein steingrau, welches nur Italiener Meteor Grigio nennen würden.

Schwarz, Weiß und jetzt Grau... wenn man es genau nimmt, dann habe ich bisher noch gar keine Farbe im Haus - doch genau so wollten wir es auch haben. Farbe bringen wir dann schliesslich einfach mit unserer einfachen Anwesenheit noch genug ins Haus, die Hoffnung ist, daß ein Haus gänzlich ohne Farbe immer zeitlos bleiben wird.

Doch zurück zu den Fliesen. Diese haben wir wider besseren Wissens in der Form 60/30 im Halbversatz bestellt, gerne hätten wir die wilde Verlegung mit den unterschiedlich großen Fliesen, wie in vielen Musterhäusern zu besichtigen, genommen, doch scheuten wir den Aufpreis. Unten ein Bild, wie unsere Kompromißlösung nach Plan bei uns aussehen sollte.


Doch ein klein wenig trauerte ich der anderen Verlegeart schon nach, zumal dann auch noch die Aussage des Malers kam, daß er die wilde Verlegung am schönsten findet und er sich sichtbar anstrengen musste, auch unserem Halbversatz eine gewisse Ästhetik abzugewinnen. Umso überraschender fand ich die Frage des Fliesenlegers, ob wir doch lieber unsere Fliesen in wilder Verlegung wünschen? Etwas ungläubig fragte ich zurück, ober wirklich vorhätte, die gerade gelieferten Fliesen in kleine Stücke zu zerschneiden, um bald darauf zu lernen, daß eine wilde Verlegung auch mit gleich großen Fliesen funktionieren kann. Um das Ganze auch gleich zu demonstrieren, legte der nette Herr Fliesenleger im Nachbarzimmer einfach mal ein paar aus.


Und so sind wir also doch zu unserer wilden Verlegung gekommen, ganz ohne Aufpreis. Das Leben ist nunmal ein Chaos, warum sollten dann die Fliesen eine Struktur haben? Auch wenn es bestimmt sehr ordnungsliebende Menschen gibt, denen es bei Anblick dieser Verlegung die Nägel hochrollt, wir haben bis heute diese spontane Änderung jedenfalls in keinster Weise bereut.

So, schnell weiter zur nächsten Etage.. die Mittagspause neigt sich dem Ende. Im Obergeschoß und auch auf den Treppen ist im Huf Standard Auslegware angesagt. Wir hatten in England in fast jedem Zimmer Auslegware, sogar im Bad - und somit von dieser Idee eigentlich die Nase voll. Fliesen im Schlafzimmer macht man aber auch nicht wirklich und auch die Alternative Parkett wirkte uns noch zu kühl.

Es gibt da mit Sicherheit geteilte Meinungen, doch eigentlich gefiel uns der Gedanke an einen schönen, sauberen, samtweichen Teppich, der an einem kaltem Wintermorgen als erstes unsere unterkühlten Füsse berührt, doch am besten. Und da wir ja schon im Erdgeschoss leicht zu reinigende und coole Fliesen hatten, dann durfte es oben eben doch wieder ein Teppich sein. Es darf nur nicht zu sehr nach Teppich aussehen, hier wirkte das England Syndrom dann doch immer noch nach. Also wurde ein Teppich gewählt in der bereits bewährten Nicht-Farbe Steingrau, von weitem sieht der fast wie ein wunderschön glatt polierter Betonboden aus. Unseren Mut hinsichtlich der Farbwahl bewundere ich bis heute.



 Ein wenig skeptisch war ich ja schon, doch wenn ich jetzt das fertige Resultat im Hause sehe, glaube ich doch, daß wir es ganz gut getroffen haben. Der Teppich sticht einfach in keinster Weise irgendwie ins Auge - stört nicht den freien Blick auf die Landschaft hinter den großen Fenstern. Und genau das wollten wir ja auch erreichen, farblich ist die Natur ausserhalb des Hauses der Star. 

Zur Qualität des Teppichs kann ich nur soviel sagen, Noch nie war barfuß laufen so angenehm. Ich hatte schon Bettdecken, die nicht so weich und flauschig waren, wie dieser Teppich hier. Man will am liebsten den ganzen Tag nur mit der flachen Hand über den samtigen Flaum streicheln, wenn man aber sieht, welche Schatten-Spuren man damit auf dem Teppich hinterläßt, dann unterlässt man das gleich wieder. Weich heisst eben nicht unbedingt auch praktisch, beim Staubsaugen sollte man sich schon ein gewisses Muster überlegen, damit das Ganze optisch ansprechend bleibt. Doch bei einem grauen Teppich muss man ja auch nicht so oft staubsaugen, somit geht das auch wieder in Ordnung.


Montag, 19. August 2013

Blendend Weiß



Man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben, und übertragen auf ein Kalenderjahr gilt das Ganze, indem man Abend einfach mit Silvester ersetzt. Allerdings sagt das Sprichwort nicht, daß man den Tag nicht schon vor dem Abend Revue passieren lassen kann, einen mittäglichen Jahresrückblick verbietet es also nicht.

Was lässt sich nun also rückblickend über die erste Hälfte des Jahres 2013 sagen? Für mich und bestimmt auch für viele andere war es bisher ganz einfach das Jahr der Wetterphänomene. Angefangen hat es mit dem längsten Winter in der Region seit Jahrzehnten. Der Waltersdorfer Skiverein hat dreimal sein Saisonende verschieben müssen und musste am Ende ernsthaft beteuern, daß es sich bei dem im April geposteten Facebook Foto eines in vollem Betrieb befindlichen Skiliftes um keine Fälschung und auch keinen Aprilscherz handelt. Für unseren Hausbau bedeutete dieser lange Winter zwar leider eine zweifache Verschiebung des Aufstelltermines, aber mit dem heutigen zeitlichen Abstand denke ich durchaus, daß der schöne Pulverschnee in meiner kleinen Familie sehr viel zur Akzeptanz unseres neuen Wohnortes beigetragen
hat. Und inzwischen steht das Haus ja auch, also Schlamm drüber.

Ich habe gerade bewusst Schlamm und nicht Schwamm geschrieben, also bitte noch keine bissigen Kommentare absenden. Denn mit Schlamm hat das nächste Wetterphänomen des Jahres ja auch viel mehr zu tun, ich meine natürlich die Juniflut. Waren der April und Mai wettermäßig noch relativ normal, meine einzige Wettererinnerung an diese Monate ist ein schmerzhafter Gesichtssonnenbrand, hervorgerufen durch ungeschütztes in die Sonne gucken während der Haus-Aufbauphase, so ging im Juni dann richtig die Post ab. Regenfälle jenseits jeglicher Vorstellungskraft legten große Teile des Südens und Ostens unter Wasser, die Bilder hat wohl jeder im Fernsehen gesehen.

Im Vergleich zu den anderen Jahrhundertfluten, die Deutschland in den letzten zehn Jahren heimgesucht haben, ist die Oberlausitz dieses Mal ja noch einmal glimpflich weggekommen. Doch das ist nur ein schwacher Trost für alle, die es hier dann doch getroffen hat. War ich noch im Jahre 2010 nur ein staunender Zuschauer, der nach einer Familienfeier nicht mehr wusste, wie er angesichts der großen Anzahl gesperrter oder bereits eingestürzter Brücken nach Hause kommen sollte, so darf ich mich im Jahre 2013 zu den Betroffenen zählen. Wer sollte auch ahnen, daß unser sorgsam gewähltes Möbelzwischenlager in einer Scheune nicht weit von hier nach nur einem einzigen kurzen aber extrem heftigen Regenschauer fast einen Meter unter Wasser steht.

Nichtsahnend sind wir an dem Tag sogar durch den besagten Ort gefahren, haben uns über den Schlamm und das Geröll auf der Straße gewundert, die vielen Feuerwehren beim Auspumpen der Keller bewundert und beim Anblick der vielen abgesoffenen Häuser nicht viel mehr Geistreiches als „Diese armen Schweine“ losgelassen. Der Gedanke, daß unsere Scheune, die sich ja noch nicht einmal in der Nähe eines Baches oder Flusses befindet, auch betroffen sein könnte, kam uns dabei aber nicht. Erst ein Anruf Stunden später brachte die Gewissheit, daß wir dieses Mal zu einem Teil der Abendnachrichten geworden sind und endlich auch in die Kategorie der „armen Schweine“ eingeordnet werden können. Am nächsten Morgen wollten wir uns kurz einen Überblick verschaffen, aber außer, daß alles nass aussieht, konnte man keine weiteren Aussagen zu einer Verwendbarkeit der gelagerten Möbel, Technik und Kleidung treffen. Wir werden es wohl erst nächste Woche wissen, ob wir den ganzen Hausrat nicht besser schon in England weggeschmissen hätten. Dann hätten wir uns wenigstens den teuren Umzug gespart.

Falls bei jemandem die Frage hochkommen sollte, ob wir in unserem Fall irgendeine Hilfe von einer Versicherung oder einem Fluthilfefond bekommen, die Antwort ist leider in beiden Fällen nein. Die Scheune hatte natürlich keine Hausratversicherung und Fluthilfefonds helfen nur im Fall von mehrheitlich zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden. „In Ihrem Fall kann ich da nur sagen, haben Sie wohl Pech gehabt“ sagte die nette Dame vom zuständigen Gemeindeamt und legte auf.

Und immer noch geht es weiter mit den Wetterkapriolen des Jahres. Die nächste ist dann endlich eine erfreuliche, wer wird denn auch etwas gegen einen richtig heißen Sommer haben? 41 Grad war das Höchste, was ich auf der Anzeige eines Thermometers in diesem Sommer lesen konnte. Und sehr wohl befand sich dieses Thermometer im Schatten, ich befand mich zum Glück zu dem Zeitpunkt bis zum Hals im frischen Wasser des Großschönauer Trixi Bades, ein geniales Waldstrandband mit echtem Gebirgswasser. Trotz der extremen Außentemperaturen war dieses für eine echte Abkühlung gut. Etwas schwieriger waren allerdings die Nächte in unserer Bauzeit-Übergangs-Ferienwohnung. Trotz Dauereinsatz unseres kleinen Ventilators und ständig offener Fenster war diese in den Dachboden eines mehr als 200 Jahre alten Umgebindehauses eingebaute Wohnung nur schwerlich auf eine erträgliche Temperatur zu bringen.

In dieser Hitzeperiode stellte sich mir allerdings erst recht die interessante Frage, wie sich ein solcher Sommer im gerade erbauten Glashaus nebenan anfühlen muss. Die Vermutung lag nahe, daß auch in diesem ein solcher Hitzerekord nicht gerade ein großes Vergnügen werden würde. Er hätte unser ultimativer Test werden können, dieser Sommer 2013. Auszutesten, wie sich 40 Grad Außentemperatur in einem Glashaus ohne Klimaanlage anfühlen werden, müssen wir wohl ins neue Jahr verschieben. Und dabei hätte ich doch zu gerne gewusst, ob unsere Wärmepumpe mit Kühlfunktion hier wirklich eine Abhilfe gewesen wäre. Immerhin drei oder vier Grad Temperaturabsenkung soll sie bringen. Heißt das nun aber, wir senken von warmen 27 auf schöne 23 Grad oder von unerträglichen 45 auf unerträgliche 42 Grad ab, nächstes Jahr wissen wir mehr.

Was ich aber schon jetzt zur Diskussion um Huf-Häuser in heißen Sommern beitragen kann, ist das subjektive Temperaturempfinden, welches man hatte, wenn man mal kurz im Haus den fleißigen Malern, Schreinern und all den anderen Gewerken einen Besuch abstattete. Und dieser Eindruck war durchaus ein angenehmer, ich hatte nicht ein Mal das Gefühl, ich stünde in einem Brutkasten mit der Luftqualität eines Gewächshauses. Ganz im Gegenteil, es herrschte ein richtig angenehmes Klima. Und zusätzlich lief dabei unsere Wärmepumpe sogar auch noch im Estrich-Aufheizprogramm, was dem Ganzen bestimmt sogar noch das eine oder andere Extra-Grad spendiert hatte. Auch direkt unter unserem Dachliegefenster war das Wärmeempfinden durchaus noch angenehm. Für genau dieses Dachliegefenster empfiehlt Huf ja dringend die Ausrüstung mit einer Außenjalousie, allerdings sind die dafür notwendigen knapp 6.000 Euro aufgrund der Option, man könne die ja später nachrüsten, vorerst dem Rotstift zum Opfer gefallen. Bedeutet mein kurzer angenehmer Ausflug in die Abendsonne unter dem westlich gelegenen Liegefenster nun sogar schon, daß diese Sparmaßnahme eine gute Entscheidung war? Nun, wir wollen mal nicht voreilig sein, aber vielleicht können ja ein paar langjährige Huf Haus Besitzer mit oder ohne Liegefensterjalousie hier mal ihren Kommentar abgeben, das würde bestimmt nicht nur mich brennend interessieren.

Nochmal kurz ein Rückblick, in den ersten 8 Monaten des Jahres hatten wir demnach schon einen extrem langen und schneereichen Winter, eine Jahrhundertflut und einen Hitzerekordsommer. Es fehlt also gar nicht mehr viel, 2013 jetzt schon zum Jahr des Extremwetters zu deklarieren. Doch zumindest hier in Waltersdorf können wir da sogar noch eins draufsetzen. Bedingt durch die extreme Hitze ließen hier natürlich die ersten Gewitter nicht lange auf sich warten. Nun ist ein Gewitter an sich ja noch kein Wetterextrem, es gibt sie in jedem Jahr fast überall und auch noch mehrfach, doch dieses hier spielte in einer anderen Liga.

Jeder kennt doch den Trick, nach einem Blitz die Sekunden bis zum Donner zu zählen, und sich, sobald die Anzahl der gezählten Sekunden immer größer wird, wieder gemütlich auf die Seite zu drehen, das Gewitter Gewitter sein zu lassen und weiterzuschlafen. Zum Problem wird dieser Trick, wenn die Anzahl der Sekunden stetig abnimmt und sich nach einer Weile kaum noch das Zählen lohnt, weil die Zeit zwischen Blitz und Donner nicht einmal für eine oder zwei Sekunden reicht. Und genau in einem solchen Moment habe ich mich eines Nachts entschieden, alle Fenster der Ferienwohnung zu schließen, ganz so, als ob man damit sein Haus gewittersicher machen könnte.

Ich hatte bereits zwei von drei Fenstern absolviert, draußen tobte das Gewitter mit Blitzen, die den Himmel taghell erleuchteten, begleitet von Donnerschlägen, die Gläser im Schrank klirren ließen. Das letzte noch zu schließende Fenster befand sich im Bad und somit an der anderen Seite der Wohnung. Just in dem Moment, als ich den metallenen Fenstergriff in der Hand spürte, kam er endlich, der Blitz, vor dem man sich beim Sekundenzählen am meisten fürchtet. Gemeint ist der Blitz, in dem Licht und Donner eine Einheit bilden, ein Blitz bei dem es gleichzeitig dermaßen kracht, als ob einem gerade das Dach über dem Kopf weggesprengt wurde, und bei dem man sich für einen Augenblick im grellsten vorstellbaren Licht befindet, ein Licht, dem man durchaus zutrauen könnte, jemandem dauerhaft das Augenlicht zu rauben.

Genau so ein Blitz ist in unser Nachbarfeld eingeschlagen, in einer Entfernung von weniger als zwanzig Metern, und ich saß Loge. Ich weiß nicht mehr, ob ich geschrien habe, doch auch wenn ich es hätte, man hätte mich nicht gehört. Woran ich mich aber noch erinnere, war, daß ich sofort den metallenen Fenstergriff losließ, sicher ist sicher, und mich in die Schutz versprechende Lücke zwischen Waschmaschine und Toilette hechtete. Auf dem Weg dorthin konnte ich gerade noch sehen, wie unser Badezimmer kurzzeitig in einem gleißend blendenden Weiß erstrahlte, sofort danach wurde es stockdunkel.

Alle im Haus waren wach. Der erste offenkundige Schaden wurde auch sofort erkannt, das Licht in einem Großteil unserer Wohnung ließ nicht mehr einschalten. Dieses Problem hatten unsere Nachbarn allerdings nicht, denn bei denen waren trotz der nächtlichen Stunde in allen Zimmern sämtliche Lichter an. Der nächste Tag brachte noch weitere Schäden zum Vorschein. Zum einen gab es kein heißes Wasser mehr, der Boiler gab nur noch komische brummende Geräusche von sich. Noch dazu war im ganzen Haus die Telefonanlage ausgefallen, und das schloss das Internet natürlich mit ein. Noch schlimmer hatte es aber wohl unseren Nachbarn vom Haus gegenüber getroffen, dort waren sämtliche Fernseher kaputt und auch die komplette Heizungsanlage hatte den Geist aufgegeben. Und dabei ist sein Haus als Einziges mit einem Blitzschutz ausgerüstet.

Wie würde sich ein solches Gewitter eigentlich in einem Huf-Glashaus anfühlen? Wenn ein Blitz es schon bei zwei Umgebindehaus-typisch-kleinen Dachfenstern schafft, einen Raum taghell strahlend zu erleuchten, was wird er dann erst bei den Huf Haus typischen wandgroßen Fensterelementen im Innenraum anrichten können? Mit einem unguten Gefühl begab ich mich am nächsten Morgen zum Haus, in dem natürlich gerade niemand anwesend war, um mich zur Begutachtung eventueller Blitzschlag-Schäden in den Innenraum zu lassen. Wir hatten zwar noch keine Fernseher oder Computer oder teure Küchentechnik im Haus, aber um unsere nagelneue Heizung oder um dieses tolle KNX System wäre es ja auch schon recht schade gewesen. Das einzige, was ich von außen gerade so erkennen konnte, war, daß das KNX Bedienpanel im Wohnzimmer noch immer blass leuchtete und auch die Touch-Screen Icons noch zu erkennen waren. Auf dem ersten Blick sah das also noch betriebsfähig aus. Das Gleiche ließ sich zum Glück ein paar Tage später auch über die Heizung sagen. Nachdem immerhin zwei Heizungsanlagen auf derselben Straße das Gewitter nicht überlebt hatten, war die Sorge ja auch nicht ganz unbegründet.

Hatte ich oben noch beschrieben, wie der Blitz unser Ferienwohnungsbad zumindest kurzzeitig in ein blendend grellweißes Zimmer verwandelt hat, so war der Effekt in unserem Huf Haus viel langfristiger. In einem strahlend reinen Weiß, welches der Farbe des Blitzes in nichts nachsteht, leuchteten uns auch hier jetzt die Wände an. Das war aber natürlich nicht der Verdienst des nächtlichen Unwetters, sondern vielmehr das Produkt von zwei Wochen harter Arbeit der beiden Herren von MalerArt. In den Tagen, als die Hitze in unserer Gegend wohl am unerträglichsten war, haben sie es geschafft, den Charakter der Innenräume von Baustelle auf Lebensraum zu drehen. Den zum Weiß der Wände totalen Kontrast bilden jetzt so richtig die schwarzen Balken, denn auch denen wurde ein neuer Anstrich verpasst.

  


Tiefschwarz trifft auf Blendend Weiß, das ganze Haus erstrahlte in einer vorher nicht dagewesenen Coolness. Nicht auszudenken, was wir hier verpasst hätten, wenn wir nicht in letzter Minute von der Hausfarbe Grau auf Schwarz geändert hätten. So eine Schärfe an den Übergängen zwischen Holz und Putz kann es nur bei Schwarz geben, und diese Schärfe wird durch kleine aber extrem feine Huf Haus Details auch noch verstärkt. Die Schnittstellen dieser beiden Farbtöne sind wohl auch deshalb so gestochen scharf konturiert, weil sie mittels höchst exakter Schattenfugen oder Trennschienen optisch sehr ansprechend auf Distanz gehalten werden.





Diese Eleganz, die unser Haus jetzt im Innenraum zur Schau trägt, ist mit den anderen verfügbaren Farben wohl nur schwer nachzustellen. 



Wir können uns nur beglückwünschen zu dieser Farbwahl. Und da jetzt sogar die freistehenden Kelleraußenwände endlich einen glänzend weißen Putz bekommen haben, und auch den schon vorher weißen Außenwänden noch eine weitere Farbschicht gegönnt wurde, erstrahlt das Haus in seiner gesamten sakralen Pracht.

Wenn doch nur die Außenanlagen nicht immer noch wie Sodom und Gomorra aussehen würden.



Sonntag, 28. Juli 2013

Jetzt ist da Strom drin

Der Strom beschäftigte uns im Rahmen unseres Bauprojektes schon fast seit dem ersten Tag. Ging die Bantragung ja noch ganz einfach, so war es zum Beginn der Bauarbeiten dann doch das Nichtvorhandensein des Baustromes, das einiges an Nerven kostete. Inzwischen ist der Strom nun endlich im Haus angekommen und darf seine Felder in den Wohnräumen aufbauen. Der Zeitpunkt war gekommen, daß wir uns von unserem so vertraut gewordenen Baustromzählerkasten trennen mußten.

Wie bereits im Beitrag "Wertvolle Basis" beschrieben, muß der Baustrom durch den Bauherren selbst organisiert werden. Das hat am Anfang noch für etwas Verwirrung geführt, gab es doch für das Aufstellen eines Baustromkastens eine Extra-Position im Huf Haus Austattungsprotokoll im Wert von immerhin 720 Euro plus Märchensteuer. Beruhigt, daß sich Huf doch darum kümmert, habe ich aber doch mal nachgefragt, sofort wurde das Versehen entschuldigt und die Position gestrichen. Es war also doch mein Job. Die einzig verbliebene Frage war nun, ob wir mit unserem selbst organisierten Baustrom über oder eher unter diesem Wert herauskommen werden.

Die Zeichen für einen günstigen Preis standen eher schlecht, schließlich wurde unser Stromkasten bereits im November aufgestellt - aber bis Mitte April eigentlich kaum benutzt. Das bedeutet fast fünf Monate ungenutzte Standzeit, und die wird bestimmt nicht umsonst geben. Immerhin konnte ich mit dem Kasten einen Test der Ehrlichkeit unserer Nachbarn machen, denn die ganzen fünf Monate hatten wir es versäumt, den Kasten mittels Vorhängeschloß gegen Stromklau abzusichern. Die Gemeinde hätte die Chance gehabt, den gesamtem kleinen Park vor unserem Grundstück auf meine Kosten weihnachtlich zu beleuchten. Passiert ist aber nichts, und dafür hier nochmal meinen Dank.

Vor ein paar Wochen konnten wir den Kasten aber dann endlich abholen lassen, nur Tage später kam die ängstlich erwartete Schlussrechnung. Der Herr Elektromeister hätte sich bei der Rechnung eigentlich genauso viel Zeit lassen können, wie damals beim Einrichten des Baustromes, doch das wäre wohl zuviel verlangt. Auf der Rechnung ersichtlich wurde eine Standzeit des Kastens von 224 Tagen, ich denke mal, damit liege ich wohl etwas über dem Duchschnitt. Am meisten frustriert mich hier aber nur, daß von diesen 224 Tagen  Strom aus diesem Kasten nur an zirka 35 Tagen auf der Baustelle gebraucht wurde. Diese Tage wurden  immerhin mit je 1,05 Euro berechnet, Geld verschenkt also.

Zusätzlich wurde laut Rechnung einmal im Monat (insgesamt also 5 mal) eine jeweils 31 Euro teure VDE Messung durchgeführt. Das muß allerdings per automatischer Fernablesung erfolgt sein, denn in der gesamten Bauphase habe ich nicht ein einziges Mal einen Monteur in der Nähe des Kastens gesehen. Sonst wäre dem doch aufgefallen, daß der Kasten irgendwann Anfang Dezember umgefallen und inzwischen komplett eingeschneit war. Erst Ende Januar habe ich den bedauernswerten Stromverteiler aus seiner misslichen Lage befreit, und dabei das fehlende Schloss bemerkt.

Zum Endpreis kommen jetzt nur noch die Montage und Demontage, immerhin war die zu zahlende Summe von 605 Euro immer noch 250 Euro unter der Huf Haus Offerte, und das trotz der fast zweihundert Tage unnötiger Standzeit. Für den Strom an sich habe ich zusätzlich monatlich eine Abschlagszahlung von 30 Euro monatlich hingeblättert, und das schon seit November. Ich hege also Hoffnungen, daß ich hier noch eine fette Rücküberweisung bekomme. Doch wahrscheinlich liegt die Schlußrechnung der Enso jetzt irgendwo in einem Haus in England, ich glaube nicht, daß unser örtlicher Stromversorger überhaupt schon unsere neue Adresse kennt.

Abgelöst wurde der Baustromkasten jetzt durch zwei nagelneue und schicke Stromzähler im Technikraum unseres Hauses. Zwei, weil wir einen Hochtarif- und einen Niedrigtarifzähler installiert bekommen haben. Für den technisch interessierten Leser, der NT Zähler ist natürlich mit der Wärmepumpe verbunden und wird hoffentlich zur Wirtschaftlichkeit dieser Anlage entscheidend beitragen. Interessant fand ich die Aussage des Monteurs, daß die Energieversorger die technische Möglichkeit haben, den Strom der NT Abnehmer ferngesteuert kurzzeitig auszuschalten, in Zeiten einer temporären Stromknappheit müsste meine Wärmepumpe dann dran glauben. In der Hoffnung, daß die Pufferspeicher im Haus uns dann trotzdem noch eine gewisse Restwärme im Haus halten, ging ich dem Gedanken nicht weiter nach, wie diese Firmen mit moderner Technik heute schon in die Häuser eingreifen können. Bestimmt ermittelt unser Küchenstudio in Zukunft auch vollautomatisch, wie oft wir nachts den Kühlschrank öffnen und übermittelt das gleich an die lokale Weight Watchers Gruppe. Die Möglichkeiten sind einfach endlos.

Links Teuer, rechts auch teuer

Nun ist der Strom also im Haus und hatte auch gleich zwei wichtige Aufgaben zu erledigen. Die erste Aufgabe war eine sehr erfeuliche, bestand sie ja darin, mein neuestes Spielzeug in Betrieb zu nehmen, damit ich es endlich ausprobieren durfte und meinen Spieltrieb befriedigen konnte. Alleine dafür hat sich der ganze Aufwand mit der Installation des Stroms schon gelohnt. Es handelt sich hier nämlich um das erste KNX Bedien-Panel, welches im Rahmen der Elektrovormontage bei uns installiert wurde. Allerdings war ich schon etwas irritiert, das Panel sah definitiv benutzt aus, es hatte sogar einen richtig dicken Kratzer auf der Scheibe. Das hier sei aber nur ein Provisorium, so versicherte mit der nette Herr RedBlue, wir würden später noch  neue Panel kriegen, so lautete die Zusage. Dieses erste Panel ist nur dafür da, die Jalousien testen zu können.

Deutlich zu sehen, der Kratzer !!!

Beruhigend zu wissen, es wird schwarze Bedienpanels auf Holz geben und weiße auf Putz. Das hatte ich in einem anderen Huf Kundenhaus schon mal ganz anders und ziemlich misslungen gesehen. So wie bei uns ist das Design perfekt. Und wenn wir schon bei Design-Fragen sind, die Alternative zum KNX wären alleine an diesem Balken mindestens 12 Schalter gewesen, so viele unterschiedliche Jalousien-Gruppen, Oberlichfenster und Lampenkreise gibt es, die sich alle von dieser Stelle steuern lassen sollen. Da sieht so ein einzelner kleiner Bildschirm schon um einiges eleganter aus. Ich bin immer noch beeindruckt, daß wir irgendwann einmal unser ganzen Haus mit diesem kleinen Touch-Pad bedienen können. Logisch, daß ich das sofort stolz meiner Frau zeigen wollte, denn auch sie sollte ja überwältigt werden von diesem neuen genialen Ausstattungsmerkmal. Sie war auch wirklich sichtlich beeindruckt, denn nach einem kurzen Blick ließ sie sich immerhin zu der begeisterteten Aussage hinreissen: "Gibts den auch in Englisch?" Wie soll man eine Frau auch beeindrucken, die solche Witze hier lustig findet?



Nun ja, wir haben die Frage an Huf Haus weitergegeben, eine Antwort steht noch aus. Zunächst ging es aber erstmal ans Spielen, ich meine natürlich ans Testen. Bisher waren es zwar nur die Jalousien und die elektrischen Oberlichtfenster, die auf die verschiedenen Berührungen reagierten, doch für eine erste Testrunde war das schon ausreichend. Später kommen dann noch die Lampen und die Heizungsanlage hinzu, die Testscripts dafür entwickel ich noch. Mal sehen, welche Funktionen sich später noch so intergrieren lassen, vielleicht bringe ich die Anlage ja mal dazu, mir oben ein Bad einzulassen, den Müll zu entsorgen und ein Bier kalt zu stellen. Und vielleicht verbessert diese Anlage nebenbei sogar noch das Deutsch meiner Frau, wir lassen uns überraschen.

Doch fangen wir jetzt erstmal mit dem Testen der Jalousien an, hier gibt es pro Gruppe einen Taster für >Hoch< und einen für >Runter<, hält man den dicken Finger lange genug drauf, dann machen die Jalousien auch genau das, werden diese aber nur kurz angetippt, verändern nur die Lamellen ihren Winkel. Wir konnten also endlich einmal sehen, wie unser Wohnzimmer mit den verschiedenen Beschattungsstufen an einem sonnigen Tag einmal wirken wird. Die Ergebnisse sind in den unteren Bildern zu sehen.




Leider hat mich meine Tochter beim Testen der Jalousienanlage beobachtet, sie wird also bestimmt bald einen weiteren Test hinzufügen, nämlich den, wie lange der Motor bei einem ständigem Auf und Ab wohl halten wird. Doch bis dahin teste erstmal ich, und prompt gab es die erste Beanstandung. Die Jalousie vom Treppenbereich liess sich trotz sauberen Fingern und geduldigem Drücken nicht zu einem Absenken bewegen. Zum Glück war der Fehler aber schnell gefunden, denn es gab dort gar keine Jalousie. Das war mir bisher noch gar nicht aufgefallen. Das gleiche galt für die Jalousie im Erker. Die Schreiner würden die fehlenden Jalousien noch anbringen, wir sollten nur Geduld haben. Nerve ich den netten Herrn RedBlue schon mit meiner Testerei?

Denn es gab noch eine weitere Jalousie, diesmal die vom Windfang, die keinen Mucks von sich gab. Um mich nicht noch einmal zu blamieren, vergewisserte ich mich vor einer Beanstandung natürlich erstmal, ob sich hier auch eine bereits installierte Jalousie finden ließ. Doch die war da, es muss also einen anderen Grund geben. Nochmal drückte ich den "Runter" Taster - wieder nichts. In so einem Moment der allgemeinen Verunsicherung liegt es wohl in der Natur des Menschen, als nächstes einfach einmal alle andere Optionen zu probieren, die nüchtern betrachtet eigentlich komplett sinnlos und unnütz sind. In solchen Momenten drückt man zum Beispiel an einer Fernbedienung sämtliche Tasten durch, weil man wieder einmal nicht findet, wie man den verdammten Teletext ausschaltet. In unserem Fall muss ich wohl aus Verzweiflung auch auf die >Hoch< Taste der betroffenen Jalousie gedrückt haben, denn einen logischen Grund dafür gibt es ja eigentlich nicht.

Was soll ich sagen, die Jalousie bewegte sich natürlich sofort nach unten. Ich hatte also genügend Argumente und jetzt auch wieder den Mut, den armen Herrn Red Blue zum zweiten Male zwecks Support aus dem Keller zu rufen. Dieser dachte zuerst, ich will ihn veralbern, doch zum Glück liess sich das Testergebnis nachstellen, denn nur zu logisch war es eben die >Runter< Taste, die zur allgemeinen Erheiterung jetzt in der Lage war, die Jalousie wieder nach oben zu ziehen. Der Fehler war zum Glück schnell behoben, und wir wissen bis heute nicht warum und sind natürlich untröstlich, daß es zu solch einem Fauxpas kommen konnte, ist doch die Verkabelung im KNX Schaltkasten wirklich extrem übersichtlich, selbsterklärend und kinderleicht zu verstehen.

Irgendwo hier wurden zwei Kabel vertauscht, seht ihr sie auch?
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass der Strom im Haus auch noch eine weitere Aufgabe übernehmen musste. Diese zweite Aufgabe hatte er vom Baustromkasten geerbt, der diese aufgrund seiner vorzeitigen Abreise nicht mehr ausführen konnte. Es handelt sich dabei um das Aufheizprogramm der Wärmepumpe, das Programm, welches das komplette Durchtrocknen des Estrich gewährleisten soll. Dieses Aufheizen muß elektrisch und darf nicht über die Wärmepumpe erfolgen, um eine Überlastung und Vereisung der Sonden zu verhindern. Ausserdem sind unsere Sonden ja eh noch nicht an die Wärmepumpen angeschlossen, sondern gucken noch doof wie überdimensionierte Regenwürmer aus der Erde. 

Irgendwo im Kaufvertrag oder den kleingedruckten Lieferbedingungen hatte ich einmal gelesen, daß man sich in der Aufheizphase auf einen erhöhten Stromverbrauch einstellen soll, doch nirgendwo steht, um wieviel es sich wohl handeln wird. Inzwischen weiß ich es, und es ist unglaublich. Alleine in den ersten 4 Wochen seit dem Start des Programms haben wir fast 5.000 kWh aus den Netz gezogen, das brauchen manche Häuser im ganzen Jahr nicht. Und dieses verdammte Programm läuft immer noch, gut sichtbar an der nervös flackernden roten LED am Niedertarifstromzähler. Der Baustromkasten wusste schon, warum er sich vor dieser Aufgabe drücken wollte.